Agenturszene am Bodensee

Die Agenturszene am Bodensee richtet sich an Marketingverantwortliche, Werbungtreibende, Kreativ- und Media-Agenturen, Vermarkter, Webseitenbetreiber, Designer, Geschäftsführer am Bodensee.

Der Weg in den Burnout beginnt mit wunderbaren Visionen!

Hinterlasse einen Kommentar

Gastbeitrag der Buchautorin, Referentin und Heilpraktikerin Alexandra Reiners aus Krefeld

Es ist heute kein Geheimnis mehr, dass Menschen an ihre Leistungsgrenzen gehen müssen, um den Ansprüchen in der Gesellschaft gerecht zu werden. Gerade im Agenturalltag wird Disziplin, Leistungsbereitschaft und Funktion erwartet. Eigene Bedürfnisse und Anforderungen werden zur Nebensache, weil man auf gar keinen Fall derjenige im Haifischbecken sein möchte, der aufgefressen wird. Im täglichen Konkurrenzkampf möchte man nicht als Verlierer oder Versager tituliert werden und es hat sich als ungünstig erwiesen, Schwächen zu zeigen.

Galt vor einigen Jahren der Burnout noch als typische Managerkrankheit,  so hat sich die Symptomatik mittlerweile auf sämtliche Berufsschichten, Altersklassen und sozialen Herkünfte ausgebreitet. Ebenfalls spielen das Alter und auch das Geschlecht keine Rolle mehr.
Der Agenturchef erleidet ebenso einen Burnout, wie eine Mutter mit einer Doppelbelastung.

Menschen, die unter einem Burnout-Syndrom leiden und ausgebrannt sind, sind Menschen, die einmal für etwas leidenschaftlich gebrannt haben. In ihnen steckte eine Flamme, eine Leidenschaft, eine Vision. Mit guten Vorsätzen und sehr hohen Ansprüchen an sich selbst waren sie bereit einen Teil der Welt zu verbessern und dafür viel Herzblut zu geben. Sie wollten in einem bestimmten Bereich besonders gut und leistungsstark sein. Voller guter Absichten stellten sie sich mit  ihren theoretischen Plänen der Welt und mussten nach einiger Zeit einsehen, dass die Praxis anders aussieht oder aussah.

Der Personalchef sieht ein, dass er trotz der guten Vorsätze im Führungsbereich auf viele Hindernisse stößt. Der Arzt erkennt, dass aufgrund der Dokumentionen viel zu wenig Zeit bleibt, sich um den Menschen zu kümmern und er wegen des Personalmangels in seinem Krankenhaus nur zehn Minuten pro Patient zur Verfügung hat. Die Aufgabe des Lehrpersonals besteht auf einmal nicht nur mehr in der Wissensvermittlung, sondern auch in der Erziehung und Betreuung von sozialschwachen und auffälligen Schülern. Der Wunsch ein wichtiger Teil im Leben eines Heranwachsenden zu werden wird abgelöst von dem Frust, sich nun mit Eltern auseinanderzusetzen, die selbst keine Regeln einhalten und dies von ihren Kindern erwarten.
Die Mutter, die sich vor der Geburt vorbildlich auf die Erziehung und der optimalen Förderung des Nachwuchess vorbereitet hat, steht plötzlich vor der Herausforderung sich auf ihr hyperaktives Kind einzustellen und gleichzeitig mit für den Familienunterhalt zu sorgen, weil ihr Ehemann seine Stelle verloren hat.

Anhand von vielen Beispielen, die wegen ihres Umfanges nicht alle einzeln aufgeführt werden können, wird klar, dass am Anfang die ehrliche Vision stand und am Ende eine bittere Enttäuschung und Verbitterung bleiben.

Ein Burnout entsteht nicht über Nacht. Er ist nicht an einzelnen Symptomen festzumachen und auch nicht pauschal zu diagnostizieren. Ein Burnout verläuft in der Regel über einige Phasen und kündigt sich manchmal gar nicht oder wenn dann nur schleichend an.
Körperliche Symptome wie Herz- und Atembeschwerden, Rücken- und Kopfschmerzen, Magen- Darmerkrankungen und Schwindel sind einige Vorboten. Die Gedanken kreisen um Hoffnungslosigkeit und Resignation und die Gefühle wechseln von nervöser Unruhe bis zur völligen Starre. Aus einem Burnout entwickeln sich teilweise berechtigte Ängste (Existenzangst) und krankhafte Angststörungen. Ebenso können viele betroffene Menschen in eine schwere Depression rutschen.
Behandlung und Prävention:

Für die Behandlung eines Burnoutes stehen heute vierlerlei Methoden und Ansätze zur Verfügung.
Neben einer ärztlichen Untersuchung, die körperliche Ursachen ausschließt, hat sich die Kombination aus Psychotherapie und teilweiser medikamentöser Behandlung bewährt. Die Behandlung kann stationär oder aber auch ambulant erfolgen.

Zur Prävention sei folgendes gesagt:
Sie eignet sich nicht nur für Menschen, die  unter außergewöhnlichen Belastungen leiden, sondern auch für diejenigen, die sich für Stressoren aus seinem Umfeld wappnen wollen.
Dazu gehören neben einer gesunden Lebensführung, Sport und Entspannungstechniken.
Es ist hilfreich sich selbst von Zeit zu Zeit zu überprüfen: Wo liegen die eigenen Bedürfnisse? Wie hoch sind die inneren Ansprüche an sich selbst, wo kann man Grenzen und wo muss man Grenzen setzen. Welche Aktivitäten führen zu Befriedigung und welche zu Frust?
Auch wenn entgegengesetzt wird, dass sich bestimmte Umstände nicht ändern lassen (wie zum Beispiel ein stressiger Beruf), so darf man nicht vergessen, dass den Menschen immer Freiheiten bleiben.
Wenn man Umstände nicht ändern kann, so sollten und können es die eigenen Sichtweisen und Bewertungen sein.
Denn es ist immer etwas schwer, wenn wir es als schwer empfinden und im Gegenzug ist alles leicht, was wir als leicht ansehen.

Kauftipp!

Kopfsalat: Oder der Versuch meine Angst zu verstehen 14,90 Euro

Keine Angst – Es ist nur Angst Oder: Humor ist, wenn man nachher drüber lacht! 6,50 Euro

Die Dame in Schwarz: Oder warum ich mit Depressionen nicht gastfreundlich bin 9,90 Euro

Like This!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s