Agenturszene am Bodensee

Die Agenturszene am Bodensee richtet sich an Marketingverantwortliche, Werbungtreibende, Kreativ- und Media-Agenturen, Vermarkter, Webseitenbetreiber, Designer, Geschäftsführer am Bodensee.

Vertrauen schaffen – Zertifizieren Sie Ihre Webseite… BITTE WAS?!

34 Kommentare

So oder so ähnlich könnte ein Angebot einer Agentur bzw. eines Dienstleisters im Netz lauten. Ob das seriös ist? Was muß man sich denn unter einer zertifizierten Webseite vorstellen?

Als ich das erste mal auf der Webseite der http://www.die-webseitenverbesserer.de/ war, dachte ich mir, seit wann gibt es den eine Webseiten-Zertifizierung? Ist das vielleicht sowas wie die Google-Adwords-Zertifizierung? Das Logo vom TÜV Rheinland unten rechts schenkte mir Vertrauen. Da steckt sicherlich ein kompetentes, unabhängiges Team dahinter, dachte ich mir. Und auch die Personen, die in der Slideshow gezeigt werden, wirkten auf mich sehr seriös. Der eine ist Professor und Doktor. Ja, er doziert sogar im Fachbereich Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten. Der andere gibt sich als erfahrener Online Marketer und Berater aus.

Als ich dann auf den Hauptmenüpunkt „Zertifizieren“ klickte, schaute ich mir zuerst die Vorteile an. Sie werben u.a. mit: „Wir, die Webseitenverbesserer, analysieren und bewerten die Qualität Ihrer Webseite anhand von 115 Prüfkriterien.“  Wow! 115 Prüfkriterien! Was für ein genialer Service! Und ein Qualitätssiegel mit Zertifikat erhält man nach einer erfolgreichen Zertifizierung auch noch. Auch soll sich mit dem Qualitätssiegel die Chance auf eine bessere Konversationsrate erhöhen. Alles selbstverständlich neutral und objektiv!

Nun fing ich aber doch an zu zweifeln. Aber der TÜV Rheinland ist tatsächlich Kooperationspartner von den Webseitenverbesserern. Das hat mir ein Mitarbeiter am Telefon bestätigt. Auch bietet der TÜV Rheinland selbst sogar solch eine Zertifizierung an.

Jetzt wurde ich neugierig. Also ging ich weiter auf den Reiter „Unsere Leistungen“. Hier wird man nach einer erfolgreichen Zertifizierung u.a. mit seiner Webseite in die „Hall of Fame“ aufgenommen. Welche Hall of Fame denn? Nun, das erfährt der Nutzer nicht, die ist nämlich nicht zu finden. Kein Link, keine weiteren Informationen. Unter dem Reiter „Die Zertifizierung“ werden dann die acht Bereiche gezeigt, die von dem Anbieter geprüft werden:

  • Webseiteninhalte (Text)
  • Kundenorientierung (Zielgruppenorientierung)
  • Design & Layout
  • Markenorientierung (Branding)
  • Navigation
  • Kontaktmöglichkeiten
  • Service-Angebot
  • Recht

z.B. Design & Layout? Was wird hier bitte geprüft? Der Geschmack?

Unter dem Reiter „Ablauf“ erfahre ich, wie so ein Prozess vor sich geht. Und der hat es in sich. Anstatt zuerst wertvolle Tipps zu erhalten, heißt es hier, dass sie die Website zuerst einmal zertifizieren. Danach erhält man dann einen Prüfbericht und gegebenenfalls Zertifikat und Siegel. Das wiederum ist aber nur ein Jahr gültig. So steht es zumindest unter dem Reiter „Sichtbarkeit“.

Was soll man nun von dieser Zertifizierung der Webseitenverbesserer halten? Laut Impressum läuft das Projekt unter dem Unternehmensnamen quarterloop UG.

Ich selbst finde, dass der User, der auf diese Webseite kommt, durch das TÜV Rheinland-Logo total in die Irre geführt wird. Denn er muss ja annehmen, dass – und so ging es mir auch – er von den Webseitenverbesserern ein Zertifikat des TÜV Rheinland bekommen würde. Das wird natürlich nirgends explizit so kommuniziert. Aber auch nicht widerlegt. Hier fehlt es meiner Ansicht nach an der nötigen Transparenz!

Daher halte ich von dieser Art von Zertifizierung gar nichts. Jede Webseite ist individuell zu betrachten. Wer gibt denn wirklich vor, was relevant ist und was nicht? Eben, keiner! Da könnte ja jeder daher kommen.

Ich habe auch mal ein paar Kollegen zum Thema „Zertifizierungen“ befragt.

Thomas Hutter – Inhaber & Geschäftsführer @Hutter Consult GmbH: „Hi Paul, ich habe mich bis jetzt nicht wirklich mit Zertifikaten auseinandergesetzt, halte aber generell von „Labels“ nicht besonders viel. In der Schweiz gibt es beispielsweise ein Zertifikat von „Access for all“, welche sich mit der Behindertentauglichkeit von Websites auseinandersetzt, das finde ich sinnvoll, auch Trusted Shops oder so, finde ich sinnvoll, allerdings muss man sich wohl fragen, ob die Besucher von Webseiten erkennen können, ob es Zertifikate von vertrauenswürdigen Quellen sind oder nicht.“

Timo Beck – Geschäftsführer @Starmeo GmbH: „Die Relevanz von solchen Zertifikaten ist sicherlich stark abhängig von der Relevanz und Seriösität des Anbieters und sinkt mit steigender Anzahl der Anbieter. Sofern es eine staatliche Stelle wäre, würde ich darüber nachdenken.“

Karl Kratz: „Deutlich dringender als Zertifikate brauchen wir empathisch präsentierte, bedarfsorientierte und kompromisslos einfach benutzbare Online-Angebote.“ 🙂

Markus Kellermann – Head of Affiliate Marketing @explido GmbH & Co. KG: „Hi Paul, generell finde ich „Zertifikate“ eine gute Sache, weil sie Werbetreibenden einen ersten Hinweis liefern, welche Anbieter seriös arbeiten. Dennoch sollte man Zertifikate nicht überbewerten. Generell sollte man sich die jeweiligen Dienstleister natürlich im Detail anschauen und anhand von Referenzen und Kundenmeinungen bewerten.“

Dominic Multerer – Marketeer & Prokurist @artKOM – Agentur für Markenkommunikation: „Zertifikate hin oder her: Die Quelle ist entscheidend. Da muss man sich Fragen, wie seriös diese ist und/oder die Kompetenz vorhanden ist eine solche zu vergeben. Eine Zertifizierung als Google AdWords Experte oder als TrustedShop finde ich sehr sinnvoll. Doch ob eine Webseite eine Zertifizierung vom TÜV benötigt weiß ich noch nicht, wie ich das einordnen soll.“

Thomas Mavridis – Inhaber & Geschäftsführer @Die PR-Kanzlei „Aus meiner Sicht können Zertifizierungen Transparenz schaffen, wenn Webseiteninhalte, Zielgruppenorientierung, Design und Layout einheitlich bewertet werden. Doch das können nicht einzelne Agenturen machen, sondern nur die einschlägigen Verbände BVDW, GPRA, DDA usw.“

Barbara Schwede  – Businesstexte, Texterin und Community Managerin  „Hallo Paul, kurz gesagt: Hat eine der wirklich erfolgreichen Website irgendein Zertifikat? Und was eine Website erfüllen muss, um nicht abgemahnt zu werden, sollte eine gute Webagentur wissen. Besser, als Geld in Zertifikate zu investieren (die der aktuellen Entwicklung ohnehin meistens nachhinken), soll man sich doch lieber einen guten Dienstleister suchen.“

Jens Fauldrath – Senior Expert SEO @Deutsche Telekom „Für Shops etc. können Zertifikate wichtig sein um Vertrauen aufzubauen. Vor allem wenn man nicht auf eine bekannt Marke zurückgreifen kann. Um Vertrauen aufzubauen müssen aber die Zertifikate bekannt und vertraut sein. Für Contentangebote halte ich Zertifikate aber für absolut unnötig. Der Inhalte überzeugt ja durch sich selbst oder halt eben nicht.“

Stefan Bartenschlager – Geschäftsführer @InsideAll Agentur „Für Shops lasse ich mir eine „Zertifizierung“ ja noch eingehen, da macht es auch Sinn. Bei contentbezogenen Websites ist es völlig überflüssig, sowas braucht kein Mensch. Meiner Meinung nach Geldmacherei.“

Sebastian Dramburg – Rechtsanwalt @SCHWENKE & DRAMBURG „Aus rechtlicher Sicht sind Testsiegel und Zertifikate schon öfter Gegenstand von rechtlichen Auseinandersetzungen gewesen, wenn es darum geht, bestimmte Merkmale vorzutäuschen, die vielleicht gar nicht vorhanden waren. Oft besteht vielleicht auch die Gefahr, dass die Webseitenbetreiber zu sehr auf die Zertifikate schielen und andere Qualitätsmerkmale vernachlässigen. Viele der etablierten Qualitätsstandards im Web können aber schon sinnvoll sein, das muss jeder selbst beurteilen. Das größte Vertrauen schafft man sicher nicht durch Zertifikate und Siegel sondern durch Transparenz und Qualität.“

Was sagen denn eigentlich die Vertreter der Verbände wie z.B. BVDW und die DDA dazu? Was haltet Ihr von solchen Zertifizierungen? Sagt mir Eure Meinung!

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34 Kommentare zu “Vertrauen schaffen – Zertifizieren Sie Ihre Webseite… BITTE WAS?!

  1. Gutes Thema, Paul. Ich denke hier muss in der Industrie noch einiges gemacht werden. Toll das der Deutschsprachige Raum hier vorprescht!

    • Zertifizierungen sind typisch deutsch! Wem oder was sollen zertifizierte Websites in einem globalen Medium etwas bringen? Warum gibt es wohl keine zertifizierten Bücher, Tageszeitungen, Fernsehprogramme,…? Jede Website hat eigene Zielgruppen! Einheitsbrei im Online-Marketing war vorgestern! Die Macht der User alleinig durch das Social Web macht etwaige Zertifizierungen von Websites überflüssig!

  2. Nun, die Idee wäre nicht schlecht und wäre zu fördern. Das darf aber nicht auf privater Basis passieren. Und wenn, müsste die Firma über jeden Zweifel erhaben sein. Was aber soll ich von einer „Zertifizierungsstelle“ halten, deren Webseite selbst Fehler hat? Die Firma offeriert ein eBook, das mit einem „Pay per Tweet“ bestellt werden kann. Nur leider wird die Seite nicht gefunden. Wäre nicht schlecht, wenn sich der Zertifizierer selbst zertifizieren würde. #fail

  3. Ich halte die Zertifizierung für durchaus sinnvoll. Das Zertifikat belegt ja letztlich nur, dass sich der Eigentümer der Webseite mit der Qualität seines Webangebots auseinandersetzt und sich von Experten hierbei Rat eingeholt hat. Was du daran zweifelhaft findest, kann ich nicht verstehen. Kunden suchen nach unabhängiger Beratung und die kann keine Agentur (auch eure nicht) liefern.

    Und solch ein Prozess der kontinuierlichen Verbesserung soll sich für den Kunden lohnen und muss daher kommuniziert werden. Das Siegel trägt doch letztlich dazu bei, dass Unternehmen, die sich besonders bemühen, dies auch besser nach außen tragen können. Oder hast du auch etwas gegen Trusted Shops? Letztlich sagt das Trusted Shops Siegel auch nicht viel mehr als dass minimale Anforderungen an die Sicherheit oder Qualitätsmanagement überprüft wurden.

    Ich halte deinen Artikel für wenig objektiv und habe eher das Gefühl, dass sich Agenturen auf die Füße getreten fühlen, wenn jemand ihren Kunden eine unabhängige Meinung offeriert.

  4. Lieber Johannes,

    willst du mir hier im ernst erzählen, dass diese Dienstleistung / Beratung unabhängig ist? Wer bestimmt das? Ihr? Seit Ihr Experten? Vielleicht auch noch „zertifizierte“ Experten?

    Ist doch totaler Bullshit! Jeder kann sich Experte nennen! 😉

    Grüße aus Wangen
    Paul

    • Hallo Paul,

      vorab: Wir haben uns auf einem unserer Vorträge („KECoS“, ich war zweiter Vortragender) kennengelernt, damit du ein Gesicht zu dem Text hier hast.

      Eine Gegenfrage: Wen würdest du dir denn als „unabhängigen Berater“ vorstellen?

      Für mich geht aus der Website des Anbieters klar hervor, dass es sich um ein Unternehmen handelt und nicht um eine staatliche Zertifizierungsstelle. Darüber hinaus wird die Leistung klar beschrieben und der Preis wird offen kommuniziert. Wieso sprichst du es Kunden ab, für sich zu entscheiden, ob sie diese Leistung in Anspruch nehmen möchten oder nicht?

      Dass sich jeder für fast alles Experte schimpfen darf ist ein allgemeines Problem, das ist aber sicher nicht Bestandteil dieser Diskussion. Experte wird man entweder durch erworbene Titel oder im Idealfall durch langjährige Erfahrung. Bei den Websiteverbesserern sehe ich im Übrigen beides sehr wohl vertreten. Aber das darf ja zum Glück noch jeder für sich entscheiden, ob er sich ruhigen Gewissens Experte nennen möchte.

      Aufgrund der Erfahrungen vieler hundert unabhängiger Beratungen sowie fast 100 Kundenprojekten würde ich mich zum Beispiel durchaus als Experte für Geschäftsmodelle im Mittelstand, Web und Webtechnik im Allgemeinen und PHP, Ruby und Rails im Speziellen bezeichnen. Und wenn ich eine gute Lösung vor mir sehe, dann würde ich durchaus ruhigen Gewissens attestieren, dass es sich um eine gute Lösung handelt. Auch mit Siegel. Dazu brauche ich kein Beamtengehalt.

      • Hallo Johannes,

        selbstverständlich kenne ich dich. Um so mehr verwundert es mich, dass ausgerechnet du „großer Experte“ dieses Projekt bzw. Zertifikat verteidigst! Aber zum Glück stehe ich hier mit meiner Meinung ja nicht alleine dar. 😉

    • @Paul:

      Das hier gehört eigentlich an deinen Kommentar in dritter Ebene.

      Ich verteidige nicht in erster Linie dieses Zertifikat, sondern allgemein den Gedanken einer Zertifizierung. Ich arbeite seit 3 Jahren als Berater und habe z.B. im letzten Monat etwa 30 Beratungen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen durchgeführt.

      Diese Unternehmen wissen oft nicht, was der korrekte Weg für ihr Unternehmen im Internet ist. Es gibt unzählige Anbieter und von jedem hören sie eine etwas andere Sicht der Dinge und bei jeder Empfehlung müssen sie davon ausgehen, dass eine finanzielle Motivation des Beraters hinter den Ratschlägen steckt.

      Die Beratung der IHK deckt aber zum Beispiel nur eine Erstberatung und einen kurzen Check der Website in mündlicher Form ab. An diesem Punkt knüpft die Zertifizierung der Webseitenverbesserer durchaus zu Recht an.

      Der Prüfbericht ist deutlich umfangreicher und detaillierter und wird außerdem schriftlich übergeben. Darüber hinaus wird in Kooperation mit einem Anwalt auch der rechtliche Aspekt korrekt wiedergegeben.

      Dass, wie Frau Schwede glaubt, eine Webagentur tatsächlich die rechtlichen Kriterien der deutschen Rechtsprechung prüfen kann, wage ich zu bezweifeln. Dazu ist die Gesetzeslage in Deutschland zu komplex. Neben dem Offensichtlichen, nämlich Impressum, den AGB und Datenschutzbestimmungen, kommen komplexe Themen z.B. aus dem Bereich des Wettbewerbsrecht und Berufsreglementierungen hinzu.

      • @Johannes

        Wenn es wirklich jemals ein Zertifikat geben sollte, dann nur von einer unabhängigen Organisation. Und das sind die webseitenverbesser nicht! Da sehe ich eher noch einen Verband wie der BVDW!

    • Lieber Paul,

      ich habe selbst bei dieser Art von Diskussion dabei gesessen. Eine Zertifizierung durch die großen Verbände scheitert zum einen an den Abläufen und der satzungsgemäßen Aufgabe dieser Verbände und zum Anderen daran, dass die Verbände in der Regel die Agenturen oder allgemein z.B. die Werbebranche vertreten und sich per Definition schützend vor diese stellen sollen.

      Würdest du einer Studie der Zigarettenindustrie zur Unschädlichkeit von passivem Rauchen glauben?

      Was spricht dagegen, dass ein Professor Doktor und ein Unternehmer mit akademischem Grad ein solches Zertifikat herausbringen? Bisher weisst du doch über die Ergebnisse noch nichts und beginnst schon sie zu zerreden. Gib den Dingen Zeit, dich zu enttäuschen 😉

      • Lieber Experte Johannes,

        und der liebe Herr Professor Doktor und Unternehmer sieht das ganze selbstverständlich ganz neutral! Daher möchte er auch nichts damit verdienen und nur helfen!

        Er ist quasi der Peter Pan der Internet Branche, oder wie?

        Erzähl mir doch bitte nicht so ein Schwachsinn! 😀

        Außerdem zerrede ich nichts, ich teile nur meine Meinung! So wie die anderen dort oben auch! 😉

        Denkst du, ich weiß nicht, dass du mit Ihm bei Kecos bist. 😉 Mich wundert nur, dass er nicht selbst sich hier mit einbringt. Aber wahrscheinlich hat er auch viel zu viel zu tun. Schließlich müssen ja ein paar Webseiten zertifiziert werden.

        Wünsche dir nun ein schönes Wochenende!

    • Lieber Paul,

      gerade weil die beiden Unternehmer für die Zertifizierung ein Honorar unabhängig vom Inhalt des Gutachtens erhalten, sind sie in meinen Augen unabhängiger als viele andere Stellen.

      Wäre es so einfach, einen solchen Zertifizierungsprozess in einem Verband unterzubringen, dann gäbe es diesen doch bereits. Unter den gegebenen Umständen ist ein privat getragenes Zertifizierungsunternehmen (vgl. Trusted Shops) der beste denkbare Kompromiss.

      Ich würde hier einfach mal abwarten, wie sich das ganze entwickelt. Ich sehe im Moment aber vor Allem ein aufstrebendes Unternehmen zweier sympathischer Unternehmer. Die Arbeit von Herrn Eichfeld beim KECoS ist übrigens schon seit etlichen Monaten gütlich beendet.

  5. Ich versteh das Problem gar nicht. Bei den Webseitenverbesserern steht die Optimierung der Webseite im Vordergrund. Das Siegel ist sozusagen ein Goodie, das es obendrauf gibt, wenn die Webseite den Standards entspricht.

    Damit die Bewertung möglichst objektiv ist, gibt es einen riesigen Anforderungskatalog, der abgearbeitet wird. Und die Zusammenarbeit mit dem TÜV ist real – also ist das Logo auch nicht irreführend.

    Die Firma ist noch relativ neu und das Siegel muss sich erst mal etablieren. Trusted Shop hat sicher auch mal klein angefangen.

    Ich finde den Artikel sehr einseitig und unreflektiert.

  6. Konversionrate, oder? Nicht Konversatziuonsrate. (This comment may be deleted after use 😉 )

  7. Guter Artikel, der mich weiterhin darin bestärkt, dass am Ende immer nur Qualität siegt. Lieber Klasse statt Masse

  8. Solche Zertifikate dienen doch lediglich dazu, dem Besucher zu „vermitteln“: „Hey, wir sind seriös, wir sind toll und alles was wir tun ist auch toll. Das sagt sogar der TÜV.“ Der normale Nutzer wird nicht wissen, dass das dann angepriesene „TÜV-Siegel“ oder wie auch immer genannte „Zertifikat“ einfach nur heißt: „Die Seite ist optimal dafür, Sachen zu verkaufen. Egal wem. Ihr TÜV Süd.“ Einfach nur mal wieder eine findige Geschäftsidee irgendeines Arbeitskreises: „Wir habe noch nicht genügend Blödsinns-Zertifikate, die sich verkaufen lassen.“

    Die Menschen werden an jeder Ecke mit irgendwelchen Zertifikaten, meist „TÜV-geprüfte was-weiß-ich“ zu bombadiert, dass es schlichtweg unmöglich wird, als Kunde klar zu differenzieren, was das Zertifikat mir nun eigentlich sagen soll. Schlussendlich läuft der TÜV obendrein noch Gefahr, als ernstzunehmende Auszeichnungsstelle wahrgenommen werden zu können. Alles Pustekuchen. Meiner Meinung nach.

  9. Zwei Fragen drängen sich mir bei der „Zertifizierung“ von Webseiten auf:
    1. Welche objektiven Kriterien können Grundlage einer „Zertifizierung“ sein?
    2. Wie kann man die Wirkung eines solchen „Zertifikats“ eindeutig messen?
    Wenn mir irgendeine „Zertifizierungsstelle“ diese beiden Fragen spontan und zufriedenstellend beantworten kann, dann ändere ich meine Meinung. Bisher bin ich der Meinung „Zertifizierung“ von Webseiten ist nutzlose Geldmacherei.
    Wenn die Wenseitenverbesserer ihren Namen ernst nehmen würden, würden sie nur versprechen, Webseiten besser zu machen. Besser im Sinne von anwenderfreundlicher, informativer, kommunikativer etc.

  10. Hier die passende Diskussion auf Xing
    https://www.xing.com/net/pri18b9f7x/existenzgruender/thema-geschaftsideen-austauschen-diskutieren-3172/neues-qualitatssiegel-fur-webseiten-40254833/

    IMHO, solange ein Anbieter im gleichen Atemzug eigene Leistungen im Bereich „Konzeption von Webseiten & Onlineshops“ anbietet bringt das Zertifikat so viel wie Klopapier.
    Mann könnte sich auch fragen, wieso die gleiche Webanalyse des Unternehmens, vormals unter der Domain wee24.de zu finden, bis dato nur ein drittel so teuer war wie aktuell.
    Aber inzwischen ist der „Preis“ ja auch von der neuen Webseite verschwunden (oder ich bin zu blöd ihn zu finden).

    Wie gesagt, einfach mal den Xing Thread und die Einlassungen des Herrn Prof.Dr. zu Gemüte führen. Seriosität ist für mich was ganz anderes.

  11. Das Unternehmen ist ja gleichermassen auch eine Agentur, die sich so sicherlich den ein oder anderen Kunden erhofft. Totaler Blödsinn! Der hat also überhaupt keine PR verdient.

  12. Ich persönlich halte von den meisten Zertifizierungen nichts, insbesondere dann, wenn diese von Agenturen vergeben werden. Insofern würde ich diese Unternehmung als Humbug abtun.

  13. Das ganze kann abgelegt werden unter Dinge, die die Welt nicht braucht. Besonders diese „Hall of Fame“ ist der Lacher. Aber gut, die Reaktionen hier und unter Xing sind ja fast eindeutig. Das ist dann immer noch die beste Form die Qualität eines Angebotes bewerten zu lassen… Sogar ganz kostenfrei! 😉

  14. Und wer zertifiziert bitteschön die Zertifizierer? Da habe ich ganz glasklare Zweifel, wenn hinter denen nämlich eine UG steckt …

  15. Generell bin ich schon skeptisch wenn ich von „Zertifizierung“ nur lese. Habe mir die Leistung angesehen und wäre mal am Preis interessiert – den konnte ich nicht finden. Lt Angaben erhält man einen „Detaillierten 80-seitigen Prüfbericht“ – das KANN nur größtenteils fertiges BlaBla sein, in welches einige Kundendaten von der Webseite eingespeist werden – oder die Prüfung muß über 1.500 Euro netto kosten, weil dann jemand (mehr als ein Praktikant) mindestens 1 Tag dran sitzt!
    Daß die „Hall of Fame“ fehlt halte ich für mehr als ein Versehen: hätte mich mal interessiert wohin das viel gepriesene „Siegel“ auf den Kundenseiten dann führt – Backlinks für die Agentur einsammeln und sich dafür noch bezahlen lassen? Gibts nen Link iwo? Naja, es ist schon ein „Gschmäckla“ dabei – seriös ist anders!

  16. @Johannes Fritsch

    Sich selbst „Experte” zu nennen, ist so ziemlich das Letzte, was ein echter „Experte” tun wird. Jeder echte Experte wird dir erzählen, dass er selbst jeden Tag etwas Neues lernt, indem er neue Sichtweisen einnimmt oder bestimmte Prinzipien anwendet!

    Diese Dienstleistung ist nicht seriös! Punkt! Da gibt es nichts schön zu reden!

    • @Nils Frei

      Das Wort „Experte“ entstammt dem Lateinischen und bedeutet „erprobt“. Ich habe einige hundert Beratungen praktisch kostenfrei durchgeführt und mir dabei umfangreiche Erfahrungen in einem bestimmten Segment erworben. Ich wüsste nicht, warum ich diese Erfahrungen jetzt selbst kleinreden sollte. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass jedes erworbene Wissen im Bereich der IT ein knappes Haltbarkeitsdatum hat. Da ich diese Beratungen aber weiterhin anbiete und somit mein Wissen und meinen Erfahrungsschatz ständig erneuere, wüsste ich nicht, warum ich mich per deiner Definition nicht Experte nennen darf.

      Inwieweit die angebotene Dienstleistung der beiden Gründer seriös ist, vermagst du vermutlich nicht zu beurteilen. Du hast sie weder in Anspruch genommen noch dich genauer damit auseinander gesetzt.

      Übrigens eine interessante Art der Argumentation. Nicht auf das Thema eingehen. Eine These aufstellen. Das Wort Punkt dahinter setzen und locker eine Plattitüde hinterher bringen. Diese Form der Diskussion ist nicht seriös. Punkt. Da gibt es nichts schön zu reden.

  17. Solange nicht alle Bewertungskriterien und deren Maßstäbe offen gelegt sind, kann man das Siegel in der Pfeife rauchen. Klingt krass, aber ansonsten kann man die Qualität des „Siegels“ nicht überprüfen (sowie die Arbeit der „Kommission“).

    Habe mich mit einigen anderen Prüfsiegeln aus dem medizinischen Bereich beschäftigt und nach dem ich viele Fragen gestellt hatte, bot man mir einen Kooperation an. Aber die Kriterien veröffentlichen wollten die trotzdem nicht. 😉

    • Hier sind die Bewertungskriterien (übrigens schon seit Wochen) online einzusehen:

      http://www.die-webseitenverbesserer.de/anforderungen/

      Es sind insgesamt rund 150 Kriterien. Es lässt sich grob festhalten: Je mehr Unterpunkte, desto höher die Gewichtung. Diese Nachricht geht auch an all die Spezialisten, die denken, dass diese Bewertungen durch einen „Validator“ abzudecken wären. Die Bewertungsgrundlage des Prüfberichtes ist nicht technisch, sondern bezieht sich auf anerkannte Regeln zum Beispiel der textuellen Formulierung, der Usability oder der Konversionsoptimierung. Die Arbeiten werden nicht an Mitarbeiter delegiert sondern von den beiden Gründern persönlich ausgeführt.

      Dies wird meine letzte Nachricht sein, wenn nicht ein wenig Substanz in diese Diskussion kommt. Auf diesem Niveau bleibt ein Diskurs in meinen Augen vollkommen fruchtlos.

      • Statt beleidigt abzuziehen, können Sie ja dafür sorgen, dass die Diskussion fruchtet.
        Mir persönlich erschließt es sich in einem globalen Netz nun mal nicht, weshalb ein Website ein solch deutsches Zertifikat benötigt und wo der konkrete Vorteil für den Website-Betreiber sein soll. Zumal eh mit den Füßen abgestimmt wird. Entweder funktioniert eine Seite oder eben nicht. Egal was in der rechten Sidebar aufleuchtet.

        Die CR lässt sich im E-Commerce tatsächlich und nachweisliche mit Gütesiegels wie Trusted Shops steigern. Keine Frage. Aber hier habe ich als Shopbetreiber auch Vorteile. Konkret das Bewertungssystem, das sogar bei den Google AdWords und SERPs angezeigt wird und dadurch die CTR steigern „kann“. Und, und, und…

        Und wenn ich die ursprünglich genannten Preise der „Websiteverbesserer“ richtig im Kopf habe (mittlerweile befinden die sich ja nicht mehr auf der Website), befindet man sich in etwa in der Größenordnung wie das teuerste und leistungsstärkste Premiumpaket von TS. Was dann am Ende des Tages besser ist, vermag ich nicht zu sagen, auch wenn ich eine eindeutige Tendenz habe. Aber das wird dann der Markt regeln.

      • Der Katalog macht schon mal einen guten Eindruck, aber er sagt noch nichts aus was top oder flop ist. Klar das sich die „Eichung“ in mit den kommenden technischen Entwicklungen verändert. Daher ist es wichtig, das man auch einen flexible Bewertungsskala zu den Punkten angibt.
        Wie kann der Interessent sicher sein das die Zertifizierung immer auf den aktuellen Stand ist? z.B. das er nicht gegen die Kriterien geprüft wird, die 2010 noch Ihr Recht und Gültigkeit besaßen. Ich meine das geht nur, wenn die Anforderungen zu den Katalogpunkten auch offen gelegt werden.

        Auf jeden Fall ist das schon besser, als das was ich aus der Medizin-Ecke (nicht) erfahren konnte / durfte.

      • Es ist vollkommen ok, wenn man Geld für einen Analyse nimmt. Auch kann man selber nicht immer alle Punkte richtig bewerten. Das kann eine Menge Arbeit sein (wenn es gut gemacht wird) und muss auch in Rechnung gebracht werden dürfen.
        Nur mit dem Ziel ein Zertifikat auszugeben, müssen alle Kriterien offen gelegt sein, damit man Zertifikat und Bewertung überprüfen kann.

        Bitte denkt daran, nicht jeder der eine Website betreibt ist ein Experte, die meisten können Ihren Beruf (Arzt, Kaufmann, Schuster) und es ist wichtig das sie gut darin sind. Aber die müssen nicht noch Webexperte sein. Und es muss für diese Leute auch erlaubt sein sich fachmännischen Rat zu holen.

      • @andyffmx:

        Ich denke, dass es hier nicht in erster Linie um global operierende Unternehmen geht. Vielmehr geht es um den deutschen Mittelstand und vornehmlich kleinere Unternehmen. Praktisch all die Unternehmen, die noch keine eigenen Angestellten im Bereich IT/Web haben. Diese erhalten für ca. 1000 Euro ein Gutachten über ihre aktuelle Website, zusammen mit einer Liste konkreter Handlungsempfehlungen. Das Zertifikat ist nur ein i-Tüpfelchen. Ein kleines Unternehmen kann leider den Erfolg der eigenen Seite deutlich schlechter messbar machen, da die Wirkung oft diffus und unterschwellig ist.

        Als Shopbetreiber wäre für mich zunächst auch Trusted Shops das wichtigste Siegel. Beim Siegel der Websiteverbesserer wäre ich als Shop-Einsteiger eher am Feedback einer unabhängigen Stelle interessiert (also dem 50-seitigen Prüfbericht). Quasi als Ersatz für eine Beratung bei einem IT-Consultant und in Ergänzung zur Agentur, die für mich arbeitet und nicht mehr unabhängig beraten kann.

        @deweso:

        Den gesamten Katalog wird man wohl nicht veröffentlichen. In Auszügen könnte ich mir das aber vorstellen. Ich denke nicht, dass die Gründer hier etwas verschleiern möchten.

        Deinen zweiten Beitrag finde ich sehr treffend. Er deckt sich in weiten Teilen mit meinen Erfahrungen aus den kostenfreien Beratungen der IHK.

        Ich denke, es ist unrealistisch, dass z.B. ein Arzt noch nebenher zum Webexperten wird. Dennoch möchte er doch wissen, ob die von ihm betriebene Website gut ist. Seine Agentur kann er an dieser Stelle kaum befragen. Die Webseitenverbesserer liefern ihm genau das, was er in dieser Situation benötigt: Ein bezahltes, unabhängiges Gutachten mit Handlungsempfehlungen. Er kann diese Punkte umsetzen lassen und eine Nachprüfung beauftragen. Im Ergebnis rechne ich mit einer deutlichen Verbesserung der Website.

      • Hallo Herr Fritsch,

        so falsch ist die Idee nicht. Nur wenn ich sehe, dass die von Ihnen genannte Zielgruppe ja schon bei der Websiteerstellung jeden Euro dreimal umdreht, von SEO ganz zu schweigen, dann erscheint mir der (Einstiegs-)Preis (ich gehe jetzt mal von 1000 Euros aus) ziemlich hoch gegriffen zu sein.

        Die Unternehmen, die schon länger im Web tätig sind und auch wirklich wirtschaftlich abhängig vom Internet sind, haben sich im Zweifel schon ein Wissen angeeignet (durch Dienstleister, Personal oder Selbststudium), um die Website und Analyse-Daten selbst halbwegs richtig beurteilen zu können. Den Rest fangen Sie im Zweifel dann eher durch Verbandsarbeit etc. Wenn überhaupt. Aber gut, der Versuch ist es wert.

      • @andyffmx

        Ich lasse mich überraschen. Wer weiss, wie dick der Schlauch in der Mitte ist zwischen den Sparfüchsen und denen, die schon alles wissen 😉

  18. eine „Zertifizierung“ kann schon einen Vertrauensbeweis darstellen, WENN diese Zertifizierung auch qualitativ wertvoll und verifizierbar ist. Dazu zählen dann TRUSTED SHOPS , ebenso wie der TÜV. Wenngleich a auch teilweise nur Fragmente zertifiziert werden , aber das auf die ganze Seite abfärben (soll), hat es zumindest den Vorteil, dass ein unbedarfter User/Kunde sieht, dass es die Firma, den webshop wirklich gibt.
    Die zunehmenden Warnungen vor unseriösen Machenschaften im web bestätigen diese Notwendigkeit. Dass es teilweise Geldmacherei ohne echten Auditierungswert ist (no name Zertifikate) oder dass eigentlich irrelevante technische oder überholte Teilaspekte zertifiziert wird, muss man derweil in Kauf nehmen. (z.B. zertifiziert der TÜV nur webshops, die automatisiert sind, also von Angebot über Bestellung und Zahlung alles „online“ machen. Dabei ist der halbautomatische Vertrieb mit Nutzung des web als Werbe- und Informationsträger zumindest in gewissen Branchen deutlich erkennbar.

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