Agenturszene am Bodensee

Die Agenturszene am Bodensee richtet sich an Marketingverantwortliche, Werbungtreibende, Kreativ- und Media-Agenturen, Vermarkter, Webseitenbetreiber, Designer, Geschäftsführer am Bodensee.

21 Jahre Web _.0 – Nimm Abschied!

Ein Kommentar

Als Tim O’Reilly 2003 das „Web 2.0“ erfand, da hatte noch niemand etwas vom Web 1.0 gehört. Trotzdem war dieser Begriff enorm erfolgreich, weil er der Internet-Wirtschaft neue Impulse zu geben versprach, was dringend nötig war, denn wenige Jahre zuvor war die Dotcom-Blase geplatzt. Wenn jetzt einige Marketingfuzzis über das „Web 4.0“ reden, dann darf man bezweifeln, das ihnen ein ähnlicher Marketing-Coup gelingt, wie seinerzeit Tim O’Reilly, denn auch vom Web 3.0 haben bisher nur Insider gesprochen.

Was ist mit den Versionsnummern für das „Web“ genau gemeint?

Tim O’Reilly hatte festgestellt, dass das Internet im Zeitraum zwischen Mitte der 1990er-Jahren bis Mitte der Nullerjahre des neuen Jahrtausends weit hinter früheren Möglichkeiten zurückgefallen war. Das Internet ist nicht Mitte der 1990er-Jahre von den Unternehmen erfunden worden. Da hatte es bereits das Silberjubiläum (25 Jahre) hinter sich gelassen. Die Unternehmen setzten NICHT auf das, was den Erfolg des früheren Internets ausgemacht hatte: Interaktion und Kommunikation. Nein, die neuen Websites und Webseiten der Unternehmen waren kaum mehr als Umsetzungen von angestaubten Werbebroschüren. Als Kunde konnte man froh sein, wenn man irgendwo ein Formular fand, mit dem man gnädigerweise eine Rückfrage stellen konnte.

Web 2.0, das war das interaktive und kommunikative Internet zum Mitmachen, wie es insbesondere bei Blogs erfolgreich war. Dort erschienen Artikel als laufend neue Webseiten, die auch für Diskussion und Auseinandersetzung offen waren. Leser können sofort Kommentare zur Webseite abgeben und bekommen im Idealfall Resonanz durch den Blogger und andere Leser. Links, die bei anderen Blogs auf den Artikel gesetzt wurden, kommen automatisch als Trackback zum Strom der Kommentare hinzu.

Das Web 2.0 war kaum erfunden und setzte sich nur langsam bei Unternehmenswebsites durch, da wurde bereits über das Web 3.0 geredet. Hier sollten die Webseiten um bedeutungsvolle Inhalte ergänzt werden. Stichwort ist hier: Semantic Web. Der Website-Betreiber ist angehalten, bestimmte Informationen seiner Webseiten in einer ganz bestimmten Form zu hinterlegen. Adress- und Kontaktdaten, aber auch Termininformationen können nicht nur von Menschen erkannt, sondern auch von einer Software genutzt werden. Geht man mit seinem Rechner auf solche Webseiten, dann können diese sich im Terminkalender eintragen und in der Datenbank der Mailempfänger festsetzen, sofern man als Nutzer entsprechende Zugriffe erlaubt. Das wird man kaum tun, denn auch unbedarfte Internet-Nutzer kennen inzwischen das Problem des Spamming besser als ihnen lieb ist.

Ist ein Nutzer sehr aktiv im Web 2.0, dann produziert er laufend Statusmeldungen oder gibt andere Informationen (z.B. über soziale Netzwerke) von sich preis. Software kann diese Daten speichern und zu Persönlichkeitsprofilen aufbereiten. Einige Marketingfuzzis geben Hinweise auf eine solche Web-Anwendung und stellen sich vor, dass diese Art der Datenauswertung zur allgemeinen Tendenz wird. Ob dafür allerdings eine neue Versionsnummer für das Web nötig ist, kann aber bezweifelt werden, denn solch eine Software gab es bereits, bevor das Internet in seine 1.0 Version eintrat. Und auch seit mehr als 10 Jahren gibt es eine Suchmaschine, die entsprechende Leistungen für all seine Nutzer bietet: Google.

Durch ein Blog-Kommentar kannst du dich ins Kondolenzbuch eintragen kann. 😉

Paul Bieber+

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Ein Kommentar zu “21 Jahre Web _.0 – Nimm Abschied!

  1. Naja, nach dem Punkt hätte es ja noch Platz für viele Zahlen… Warum nicht bestehendes weiterentwickel, verbessern und effizienter machen? Die Webs sind viel zu früh zu Grabe getragen worden, es hätte noch soviel aus ihnen werden können…. nur die besten sterben jung 😉

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