Agenturszene am Bodensee

Die Agenturszene am Bodensee richtet sich an Marketingverantwortliche, Werbungtreibende, Kreativ- und Media-Agenturen, Vermarkter, Webseitenbetreiber, Designer, Geschäftsführer am Bodensee.


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21 Jahre Web _.0 – Nimm Abschied!

Als Tim O’Reilly 2003 das „Web 2.0“ erfand, da hatte noch niemand etwas vom Web 1.0 gehört. Trotzdem war dieser Begriff enorm erfolgreich, weil er der Internet-Wirtschaft neue Impulse zu geben versprach, was dringend nötig war, denn wenige Jahre zuvor war die Dotcom-Blase geplatzt. Wenn jetzt einige Marketingfuzzis über das „Web 4.0“ reden, dann darf man bezweifeln, das ihnen ein ähnlicher Marketing-Coup gelingt, wie seinerzeit Tim O’Reilly, denn auch vom Web 3.0 haben bisher nur Insider gesprochen. Weiterlesen

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Social Media: Zeitungsverlage erwachen langsam aus Tiefschlaf

Laut einer im November letzten Jahres in Berlin veröffentlichte Studie des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) nutzen 85 Prozent der deutschen Zeitungen regelmäßig Social Media in Form von eigenen Communitys, Leserreportern, Umfragen auf sozialen Netzwerken oder Themenmonitoring. Dabei sei, laut des Autors der Studie Christian Hoffmeister, seines Zeichens Geschäftsführer der Agentur Bulletproof Media in Hamburg, das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht und das Potenzial von Social Media für die Zeitungen noch längst nicht ausgereizt. Weiterlesen


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TV-Projekt „Rundshow“ – Was steckt dahinter?

Könnt Ihr euch noch an den Aufstand in Ägypten erinnern? Der bis dahin gefürchtete Staatspräsident Muhammad Husni Mubarak ließ auf dem Tahrir-Platz in Kairo die Massendemonstration gegen Ihn und sein Regime niederknüppeln. Und genau hier vor Ort war damals der Blogger & Journalist Richard Gutjahr. Er berichtete auf seinem Blog http://gutjahr.biz/ in Echtzeit über die Massenproteste auf dem Tahrir-Platz. Weiterlesen


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Vertrauen schaffen – Zertifizieren Sie Ihre Webseite… BITTE WAS?!

So oder so ähnlich könnte ein Angebot einer Agentur bzw. eines Dienstleisters im Netz lauten. Ob das seriös ist? Was muß man sich denn unter einer zertifizierten Webseite vorstellen?

Als ich das erste mal auf der Webseite der http://www.die-webseitenverbesserer.de/ war, dachte ich mir, seit wann gibt es den eine Webseiten-Zertifizierung? Ist das vielleicht sowas wie die Google-Adwords-Zertifizierung? Das Logo vom TÜV Rheinland unten rechts schenkte mir Vertrauen. Da steckt sicherlich ein kompetentes, unabhängiges Team dahinter, dachte ich mir. Und auch die Personen, die in der Slideshow gezeigt werden, wirkten auf mich sehr seriös. Der eine ist Professor und Doktor. Ja, er doziert sogar im Fachbereich Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten. Der andere gibt sich als erfahrener Online Marketer und Berater aus.

Als ich dann auf den Hauptmenüpunkt „Zertifizieren“ klickte, schaute ich mir zuerst die Vorteile an. Sie werben u.a. mit: „Wir, die Webseitenverbesserer, analysieren und bewerten die Qualität Ihrer Webseite anhand von 115 Prüfkriterien.“  Wow! 115 Prüfkriterien! Was für ein genialer Service! Und ein Qualitätssiegel mit Zertifikat erhält man nach einer erfolgreichen Zertifizierung auch noch. Auch soll sich mit dem Qualitätssiegel die Chance auf eine bessere Konversationsrate erhöhen. Alles selbstverständlich neutral und objektiv!

Nun fing ich aber doch an zu zweifeln. Aber der TÜV Rheinland ist tatsächlich Kooperationspartner von den Webseitenverbesserern. Das hat mir ein Mitarbeiter am Telefon bestätigt. Auch bietet der TÜV Rheinland selbst sogar solch eine Zertifizierung an.

Jetzt wurde ich neugierig. Also ging ich weiter auf den Reiter „Unsere Leistungen“. Hier wird man nach einer erfolgreichen Zertifizierung u.a. mit seiner Webseite in die „Hall of Fame“ aufgenommen. Welche Hall of Fame denn? Nun, das erfährt der Nutzer nicht, die ist nämlich nicht zu finden. Kein Link, keine weiteren Informationen. Unter dem Reiter „Die Zertifizierung“ werden dann die acht Bereiche gezeigt, die von dem Anbieter geprüft werden:

  • Webseiteninhalte (Text)
  • Kundenorientierung (Zielgruppenorientierung)
  • Design & Layout
  • Markenorientierung (Branding)
  • Navigation
  • Kontaktmöglichkeiten
  • Service-Angebot
  • Recht

z.B. Design & Layout? Was wird hier bitte geprüft? Der Geschmack?

Unter dem Reiter „Ablauf“ erfahre ich, wie so ein Prozess vor sich geht. Und der hat es in sich. Anstatt zuerst wertvolle Tipps zu erhalten, heißt es hier, dass sie die Website zuerst einmal zertifizieren. Danach erhält man dann einen Prüfbericht und gegebenenfalls Zertifikat und Siegel. Das wiederum ist aber nur ein Jahr gültig. So steht es zumindest unter dem Reiter „Sichtbarkeit“.

Was soll man nun von dieser Zertifizierung der Webseitenverbesserer halten? Laut Impressum läuft das Projekt unter dem Unternehmensnamen quarterloop UG.

Ich selbst finde, dass der User, der auf diese Webseite kommt, durch das TÜV Rheinland-Logo total in die Irre geführt wird. Denn er muss ja annehmen, dass – und so ging es mir auch – er von den Webseitenverbesserern ein Zertifikat des TÜV Rheinland bekommen würde. Das wird natürlich nirgends explizit so kommuniziert. Aber auch nicht widerlegt. Hier fehlt es meiner Ansicht nach an der nötigen Transparenz!

Daher halte ich von dieser Art von Zertifizierung gar nichts. Jede Webseite ist individuell zu betrachten. Wer gibt denn wirklich vor, was relevant ist und was nicht? Eben, keiner! Da könnte ja jeder daher kommen.

Ich habe auch mal ein paar Kollegen zum Thema „Zertifizierungen“ befragt.

Thomas Hutter – Inhaber & Geschäftsführer @Hutter Consult GmbH: „Hi Paul, ich habe mich bis jetzt nicht wirklich mit Zertifikaten auseinandergesetzt, halte aber generell von „Labels“ nicht besonders viel. In der Schweiz gibt es beispielsweise ein Zertifikat von „Access for all“, welche sich mit der Behindertentauglichkeit von Websites auseinandersetzt, das finde ich sinnvoll, auch Trusted Shops oder so, finde ich sinnvoll, allerdings muss man sich wohl fragen, ob die Besucher von Webseiten erkennen können, ob es Zertifikate von vertrauenswürdigen Quellen sind oder nicht.“

Timo Beck – Geschäftsführer @Starmeo GmbH: „Die Relevanz von solchen Zertifikaten ist sicherlich stark abhängig von der Relevanz und Seriösität des Anbieters und sinkt mit steigender Anzahl der Anbieter. Sofern es eine staatliche Stelle wäre, würde ich darüber nachdenken.“

Karl Kratz: „Deutlich dringender als Zertifikate brauchen wir empathisch präsentierte, bedarfsorientierte und kompromisslos einfach benutzbare Online-Angebote.“ 🙂

Markus Kellermann – Head of Affiliate Marketing @explido GmbH & Co. KG: „Hi Paul, generell finde ich „Zertifikate“ eine gute Sache, weil sie Werbetreibenden einen ersten Hinweis liefern, welche Anbieter seriös arbeiten. Dennoch sollte man Zertifikate nicht überbewerten. Generell sollte man sich die jeweiligen Dienstleister natürlich im Detail anschauen und anhand von Referenzen und Kundenmeinungen bewerten.“

Dominic Multerer – Marketeer & Prokurist @artKOM – Agentur für Markenkommunikation: „Zertifikate hin oder her: Die Quelle ist entscheidend. Da muss man sich Fragen, wie seriös diese ist und/oder die Kompetenz vorhanden ist eine solche zu vergeben. Eine Zertifizierung als Google AdWords Experte oder als TrustedShop finde ich sehr sinnvoll. Doch ob eine Webseite eine Zertifizierung vom TÜV benötigt weiß ich noch nicht, wie ich das einordnen soll.“

Thomas Mavridis – Inhaber & Geschäftsführer @Die PR-Kanzlei „Aus meiner Sicht können Zertifizierungen Transparenz schaffen, wenn Webseiteninhalte, Zielgruppenorientierung, Design und Layout einheitlich bewertet werden. Doch das können nicht einzelne Agenturen machen, sondern nur die einschlägigen Verbände BVDW, GPRA, DDA usw.“

Barbara Schwede  – Businesstexte, Texterin und Community Managerin  „Hallo Paul, kurz gesagt: Hat eine der wirklich erfolgreichen Website irgendein Zertifikat? Und was eine Website erfüllen muss, um nicht abgemahnt zu werden, sollte eine gute Webagentur wissen. Besser, als Geld in Zertifikate zu investieren (die der aktuellen Entwicklung ohnehin meistens nachhinken), soll man sich doch lieber einen guten Dienstleister suchen.“

Jens Fauldrath – Senior Expert SEO @Deutsche Telekom „Für Shops etc. können Zertifikate wichtig sein um Vertrauen aufzubauen. Vor allem wenn man nicht auf eine bekannt Marke zurückgreifen kann. Um Vertrauen aufzubauen müssen aber die Zertifikate bekannt und vertraut sein. Für Contentangebote halte ich Zertifikate aber für absolut unnötig. Der Inhalte überzeugt ja durch sich selbst oder halt eben nicht.“

Stefan Bartenschlager – Geschäftsführer @InsideAll Agentur „Für Shops lasse ich mir eine „Zertifizierung“ ja noch eingehen, da macht es auch Sinn. Bei contentbezogenen Websites ist es völlig überflüssig, sowas braucht kein Mensch. Meiner Meinung nach Geldmacherei.“

Sebastian Dramburg – Rechtsanwalt @SCHWENKE & DRAMBURG „Aus rechtlicher Sicht sind Testsiegel und Zertifikate schon öfter Gegenstand von rechtlichen Auseinandersetzungen gewesen, wenn es darum geht, bestimmte Merkmale vorzutäuschen, die vielleicht gar nicht vorhanden waren. Oft besteht vielleicht auch die Gefahr, dass die Webseitenbetreiber zu sehr auf die Zertifikate schielen und andere Qualitätsmerkmale vernachlässigen. Viele der etablierten Qualitätsstandards im Web können aber schon sinnvoll sein, das muss jeder selbst beurteilen. Das größte Vertrauen schafft man sicher nicht durch Zertifikate und Siegel sondern durch Transparenz und Qualität.“

Was sagen denn eigentlich die Vertreter der Verbände wie z.B. BVDW und die DDA dazu? Was haltet Ihr von solchen Zertifizierungen? Sagt mir Eure Meinung!


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Was ist ACTA? – Das Anti-Piraterie-Abkommen

Mit dem Anti-Counterfeiting Trade Agreement (kurz: ACTA) soll international ein standardisiertes System gegen Urheberrechtsverletzungen und Produktpiraterie geschaffen werden. Deshalb wird es in Deutschland auch Anti-Piraterie-Abkommen genannt. ACTA selbst basiert auf dem „Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte am geistigen Eigentum“ (kurz: TRIPS-Abkommen) und erweitert dieses um zusätzliche Verpflichtungen der Vertragspartner.

Das Ziel von ACTA ist es, einen internationalen Rahmen zu schaffen, der die Durchsetzung der Gesetze zum Schutz des Rechts des geistigen Eigentums (IPR) verbessert. Es sollen keine neuen Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums geschaffen werden, sondern verbesserte, internationale Standards, um gegen Urheberrechtsverletzungen im großen Stil vorzugehen. Dieses Ziel wird durch die drei Hauptkomponenten von ACTA verfolgt:

Internationale Zusammenarbeit
Abstimmung des Gesetzesvollzugs
Rechtlicher Rahmen zur Durchsetzung des IPR

Die Verhandlungspartner von ACTA sind eine Mischung aus Industrie- und Schwellenländern. Neben Japan, Korea, Singapur, Australien und Neuseeland, der Europäischen Union, Schweiz, Marokko, sowie Mexiko, Kanada und den Vereinigten Staaten nahmen bei der ersten Verhandlungsrunde, im Juni 2008, ebenfalls Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate teil.

Bei den ACTA-Gegnern stoßen der Ausschluss der Öffentlichkeit, und die geplanten Maßnahmen zur Kontrolle des Internets auf große Kritik. Befürchtet wird, dass die Umsetzung der Maßnahmen ein erster Schritt zur Zensur im Internet ist, z.B. durch Sperrung von Internetseiten, welche sich rasch auf legale – aber durch bestimmte, einflussreiche Gruppen – unerwünschte Inhalte ausbreitet. Einen weiteren Kritikpunkt stellen die bewusst schwammigen Formulierungen dar, welche die Rechtssicherheit gefährden.

Die ACTA-Vertragsparteien betonen jedoch immer wieder, dass es nicht darum ginge, den Verbraucher zu überwachen, man weder die Zeit, noch die Rechtsgrundlage hat um sich darum zu kümmern und sich daran auch nichts ändern wird. ACTA geht es vielmehr um die Bekämpfung krimineller Aktivitäten in großem Maßstab und nicht um die Einschränkung von liberalen Freiheiten der Verbraucher.

Die endgültige Fassung des ACTA-Vertrages wurde Ende Mai 2011 vorgestellt.
Am 30. September traten Australien, Japan, Kanada, Marokko, Neuseeland, Singapur, Südkorea und die USA bei.
Am 26. Januar 2012 unterschrieben Ungarn, Spanien, Slowenien, Schweden, Rumänien, Portugal, Österreich, Malta, Luxemburg, Litauen, Lettland, Italien, Irland, Griechenland, Frankreich, Finnland, die Tschechische Republik, Dänemark, Bulgarien, Belgien und das Vereinigte Königreich.

Damit das Abkommen jedoch in Kraft treten kann, muss es in jedem Staat ratifiziert werden, was bis jetzt in noch keinem Land geschah.

 

Am Freitag findet in Ravensburg ab 18 Uhr die „OPERATION PAPERSTORM“ auf dem Marienplatz statt. Am Samstag wird ab 15 Uhr bis 17 Uhr demonstriert! Nähere Informationen findet Ihr hier: http://www.facebook.com/events/344813968872396/

 

Nichts verstanden? Das Video erklärt euch nochmals bildlich um was es geht:

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